Dagmar Varady

Medienkünstlerin im Bereich Intermedia

Work in Progress

Das Buch…

Räume des Wissens in Fotografien und Essays
Paolo Bianchi

„Die Bibliothek empfängt ihr Leben und ihre Bewegung durch uns, die wir unsere ‚Seelen’ und unser Leben, unsere Fragen und unser Bedürfnis (noch) ungestillten Wissensdurstes in sie hineintragen und sie dadurch in Bewegung versetzen“.

Werner Oechslin, Architekturhistoriker und Bibliotheksgründer

Das Buch verfolgt ein verbindendes Ziel und Interesse: Bild und Text, Fotografien und Essays, Sehen und Denken sollen in einem Resonanzraum zueinander finden. Was sich an diesen gelebten Räumen des Wissens abbildet und darstellt steht im Fokus einer visuellen Recherche durch die Künstlerin Dagmar Varady und einer kulturwissenschaftliche Reflexion durch renommierte Autoren. Idee ist, ein offenes und gleichberechtigtes Wechselspiel zwischen Kunst und Wissenschaft, Sinnlichkeit und Rationalität entstehen zu lassen, ein Buch, das nicht Wissen präsentiert, sondern das eine Form von Wissen vermittelt, das sich erst im Verlauf der „Lektüre“ bildet. Die Bilder von Dagmar Varady und die Texte der Autoren fragen nach dem Auslöser für das Sammeln von Büchern, Bildern und Dingen. Nach den Ordnungsprinzipien von Wissen. Nach den persönlichen Zugängen zum Denken. Nach einem auf ästhetische Erfahrung basierenden Bildungsprozess des Sehens und Verstehens. Es gilt zu zeigen, dass durch „Bild + Text“ das Wissen nicht nur als ein Produkt von Repräsentation betrachtet werden soll, sondern auch als einen generischer Prozess erzählerischen Formens und Gestaltens. Es gilt im weiteren zu zeigen, dass durch „Bild + Text“ narrative Ordnungen keinem roten Faden folgen, sondern sich durch Resonanz und Vernetzung ereignen – durch die Verbundenheit der Dinge.

Der dokumentarische und konzeptuelle Bilderfluss der Künstlerin Dagmar Varady zeigt Bibliotheken und Arbeitsplätze von „Forschern im weitesten Sinne“. Die Essays und Glossare vermitteln den Denkhorizont des Wissensraums hinter der visuellen Recherche zum jeweiligen Genius Loci. Das geplante Buchprojekt soll die Verbundenheit der Dinge nahtlos aufzeigen. Diese teils schon gefundenen, teils noch zu suchenden Verbindungen sind wie ein Netz mit unzähligen Gedankenknoten. Die Vielzahl der gedanklichen Verbindungen – zwischen Architektur, Wissenschaft, Kunst, Forschung, Mode, Handelsgeschichte, Gartengeschichte, Kunstbuchsammlung und Kulturmanagement – macht das Gewebe kräftig, biegsam und an jede Bewegung des Denkens anpassungsfähig. Das Ganze oszilliert zwischen Bibliophilie und Bibliomanie. Beteiligte sind Roger M. Buergel, Hubertus Gaßner, Michael Hagner, Bernd Kauffmann, Werner Oechslin, Andreas Züst, weitere.

Foto: Irène Preiswerk